Knotenregel und Maschenregel – Grundlagen der Netzwerkanalyse

Die Analyse elektrischer Netzwerke beginnt fast immer mit zwei fundamentalen Gesetzen: der Knotenregel und der Maschenregel. Beide stammen aus den Kirchhoffschen Gesetzen und bilden das Fundament jeder Stromkreisberechnung – von einfachen Schaltungen bis hin zu komplexen Netzwerken mit mehreren Schleifen und Verzweigungen.

Mit Hilfe deiner gezeichneten Grafiken lässt sich sehr anschaulich zeigen, wie diese Regeln funktionieren und wie man sie in der Praxis anwendet.

Die Knotenregel (Kirchhoff’s Current Law – KCL)

Die Knotenregel besagt:

Irein=Iraus

Oder in Worten: An jedem Knoten ist die Summe der zufließenden Ströme gleich der Summe der abfließenden Ströme.

Das bedeutet, dass in einem Knoten kein Strom „verloren geht“ und keiner „entsteht“. Ein Knoten ist also nichts anderes als ein Punkt, an dem sich Leitungen treffen und der Strom sich aufteilt oder zusammenfließt.

Knotenregel

Beispielhafte Knoten-Gleichung

Wenn an einem Knoten die Ströme I3, I4  und  Ihinein fließen und die Ströme I1 und I2 hinaus fließen, lautet die Gleichung:

I1+I2=I3+I4+I5

Diese einfache Beziehung ist die Grundlage für das Aufstellen von Knotengleichungen in komplexen Netzwerken.

Die Maschenregel (Kirchhoff’s Voltage Law – KVL)

Die Maschenregel besagt:

U=0

In Worten: In jeder geschlossenen Masche ist die Summe aller Spannungen gleich null.

Das bedeutet, dass die abgegebene Spannung einer Quelle genau durch die Spannungsabfälle an den Widerständen „verbraucht“ wird.

Maschenregel

Beispielhafte Maschengleichung

Masche 1

Die erste Masche enthält die Gesamtspannung Uges und den Spannungsabfall U2.

Da Uges in Umlaufrichtung als Spannungsquelle durchlaufen wird, erhält sie ein negatives Vorzeichen. Der Spannungsabfall U2 wird in Richtung des Pfeils durchlaufen und erhält ebenfalls ein negatives Vorzeichen.

Die Maschengleichung lautet:

UgesU2=0

Umgestellt:

Uges=U2

(Die Vorzeichen hängen von deiner Pfeilrichtung ab – mathematisch ist die Gleichung korrekt.)

 

Masche 2

Die zweite Masche enthält die Spannungen:

  • U2 (wird diesmal entgegengesetzt zur Pfeilrichtung durchlaufen → positiv)

  • U1

  • U6

  • U5

  • U4
  • U3

Ich fasse das korrekt und sauber zusammen:

U2+U1+U6+U5+U4+U3=0
 

Warum beide Regeln zusammen so mächtig sind

Die Knotenregel liefert dir Informationen über die Stromverteilung, während die Maschenregel dir die Spannungsverteilung erklärt. Erst das Zusammenspiel beider Regeln ermöglicht es, komplexe Netzwerke vollständig zu lösen – egal ob du Ströme, Spannungen oder Widerstände suchst.

Mit deinen beiden Grafiken hast du bereits die perfekte Grundlage geschaffen:

  • Die Knotengrafik zeigt, wie Ströme an einem Punkt zusammenlaufen oder sich aufteilen.

  • Die Maschengrafik zeigt, wie man Schleifen erkennt und wie Spannungen darin verteilt sind.

Bis zum nächsten Mal im AutomatisierungsLabor

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